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Geändert am: 17.09.07 22:42

Plenumsreferat: Selbstverkörperung. Ambiguitäten einer scheinbaren Selbstverständlichkeit


Samstag 26. November 2005, 14h00 - 15h30

» Dr. Paula-Irene Villa
Universität Hannover

Inhalt
Ich möchte in meinem Vortrag die Probleme aufgreifen, die sich aus der scheinbar trivialen Tatsache ergeben, dass Menschen einen Körper haben bzw. ein Leib sind. Mich interessieren dabei exemplarisch vor allem aktuelle Phänomene wie Medienformate, die den menschlichen Körper als modellierbare Rohmasse im Dienste der Selbst-Beherrschung inszenieren und damit die soziologisch inzwischen vielfach analysierte Verstrickung des Körpers im Netz des Sozialen ebenso sichtbar machen wie neoliberal instrumentalisieren. Um dies auszuleuchten werde ich auf die sozialwissenschaftliche Debatte um den Körper, d.h. auf das Feld der Körpersoziologie (Diskurstheorie, Ethnomethodologie, Phänomenologie usw.) eingehen und dies mit alltagsweltlichen Beispielen garnieren, zu denen Sport, soziale Bewegungen, Medien und Interaktionen in Institutionen gehören. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie 'Subjekte von Gewicht' (in Anlehnung an Judith Butler) auch - und vielleicht vor allem - körperlich als solche verfasst sein müssen. D.h., wie werden Menschen zu sozial anerkannten Subjekten, indem auch der Körper dazu eingesetzt wird. Welche Körper gehören zu einem sozial anerkannten 'Ich'? Wer darf mit welchen Körpern ein 'Jemand' sein, der z.B. als rechtsfähiges Subjekt oder als begehrenswerte Person gilt? Ambivalent sind die Prozesse, die 'Person - Subjekt - Körper' verlinken insofern sie menschliches Handeln, politische Kritik oder schlicht alltägliche Widerspenstigkeit überhaupt erst ermöglichen - dies aber immanent (so zumindest die Annahme kritischer Positionen im Anschluss an Foucault) durch Verwerfungen, Ausschlüssen und Repressionen tun.