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 "Ein besseres Leben in der Stadt"

Karin Gasser im unilink vom Januar 2002 (pdf)

 Findet Stadt statt? Wie kann die Lebensqualität in der Stadt verbessert werden? Die Fachschaft Soziologie lud Studierende aus der ganzen Schweiz zu einem Kolloquium über Städte und ihre Bewohner und Bewohnerinnen ein.

Stadt ist Verdichtungsraum, Ort des sozialen Wandels, kulturelles und ökonomisches Zentrum und übt seit jeher auf viele Menschen eine starke Faszination aus. Trotzdem kämpfen viele europäische Städte mit der Abwanderung ihrer Bevölkerung ins Umland. Damit verändert sich die bisherige Struktur der Stadt als Lebensraum, denn die Zentren werden zu blossen Arbeitsstätten, die unter der Last des Pendelverkehrs leiden. Zudem sondern sich bestimmte Bevölkerungsgruppen ab, nämlich diejenigen, die es sich finanziell leisten können, ins Umland zu ziehen. Die Motive der abwandernden Bevölkerung sind vielfältig: Laut einer Studie aus Hamburg reichen sie von mehr Lebensqualität, niedrigeren Kosten bis zur Heimkehr an den Ort, wo man aufgewachsen ist. Die Abwanderung aus den Kernstädten wurde am Kolloquium von vielen Teilnehmenden und Referierenden als ein zentrales Problem betrachtet. Um die Städte als vielfältige Wohn- und Lebensräume zu erhalten, muss man diesen Prozess stoppen. Darin waren sich alle einig - doch wie soll dies geschehen?

Mehr Lebensqualität auf dem Land? Wer sich entscheidet, aufs Land zu ziehen, tut dies immer in einem Kontext - und dieser könnte verändert werden. Um die Leute in der Stadt zu halten, müssten diejenigen Aspekte von Lebensqualität gefördert werden, die viele Menschen ausschliesslich dem Land zuschreiben: Gemeinschaft, Freiraum für sich und die Familie, Sicherheit. Erreicht werden kann dies nur, wenn Stadtplanung und Architektur die Menschen ins Zentrum rücken, wenn sie sich nicht nur auf Objekte fixieren, sondern Strukturen betrachten und diese entwickeln. Anstatt nur einzelne Gebäude zu planen und zu bauen, sollte man sich stets überlegen, was eigentlich passiert, wenn mehrere Häuser beieinander stehen. Gefragt sind kreative Ideen, die sich weniger auf Neubauten konzentrieren, sondern auf phantasievolle Umnutzungen von bereits Bestehendem. Damit könnte die fortschreitende Ausdehnung der Stadt verhindert werden. Stadtplanung, Architektur, Soziologie und weitere betroffene Disziplinen sollten vermehrt zusammenarbeiten und gemeinsam nach Lösungen suchen. Civic spirit Die gegenwärtigen und zukünftigen Probleme unserer Städte können nur dann bewältigt werden, wenn ein "civic spirit", und damit wieder Leben, in den urbanen Raum einkehrt. Städterinnen und Städter sollten sich politisch engagieren und sich z. B. an Initiativen zur Verbesserung der städtischen Lebensqualität beteiligen. In diesem Sinne gab ein Städtebauplaner den Kolloquiumsteilnehmenden die Botschaft mit auf den Weg: "Geht und eignet euch die Stadt an!"

 

 
letzte Änderung: Wednesday, 19-Oct-2005 11:03:42 CEST
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